Tierschutz in Rumänien - Tierhilfe SternenTiere

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Tierschutz in Rumänien

Die Situation im Land

Für mehrere zehn Millionen Euro wurden in ganz Rumänien
Hunderttausende von Straßenhunden getötet.

Trotz der Verabschiedung von verbesserten Gesetzen wie dem
Einfangen von Hunden mittels zivilisierter Methoden, guten
Haltungsbedingungen, Tötung der Hunde durch Euthanasie,usw., sieht die Realität im Allgemeinen wie folgt aus:


• Rechtsvorschriften werden nicht beachtet.
• Die meisten Hunde werden gejagt, gefoltert, totgeschlagen, erstochen, stranguliert, über die Straßen geschleift –   oftmals aus Maul und Nase blutend - und wie Müll behandelt.     

Danach erwartet alle das gleiche Schicksal: eine erbärmliche und miserable Haft, gezeichnet durch Angst, Hunger und Durst, bis sie schließlich nach 7 Tagen durch die billigst möglichen Methoden getötet werden, auch wenn diese illegal sind.

Obwohl diese Unterkünfte öffentlich finanziert wurden, als öffentliche Plätze gelten und das Gesetz den Zugang für Presse, Tierschutzorganisationen und die Öffentlichkeit erlaubt, wurden Besuche dieser "Unterkünfte" normalerweise verweigert. Besuchern wurde der Zugang oftmals nur erlaubt, wenn der Bürgermeister eine im Voraus schriftlich zu stellende Anfrage genehmigte, was er nicht tat, wenn er fürchtete, dass es etwas zu verbergen gab.

Anwohner, die in der Nähe solcher Ausrottungszentren lebten, waren erschüttert vom Klagen und Heulen der Hunde.

Die Fangmethoden für streunende Hunde waren grausam. Einige Hunde starben lange bevor sie in die Tötungsstationen gebracht wurden. Sie wurden von Hundefängern auf der Straße stranguliert oder erstickten im Sommer in ungelüfteten Transportern.

Targoviste, gefangene Hunde 2008

Hunde wurden oft unter inhumanen Zuständen, ohne Wasser, Nahrung oder Raum für Bewegung gehalten. Welpen wurden zusammen mit ausgewachsenen Hunden untergebracht, kranke Hunde mit gesunden, in Urin und Exkrementen, voller Stress und Angst.

"Euthanasie" in der Praxis bedeutete Verhungern, Vergiften, Erhängen, Verbrennung bei lebendigem Leib oder die Injizierung von Magnesiumsulfat. Tausende von Hunden sind vergiftet worden. Andere wurden erschossen. Manchmal wurden Hunde in tiefe Gruben geworfen, aus denen sie nicht entkommen konnten. Die meisten öffentlich finanzierten Tierheime waren illegale Tötungsstationen, geführt durch schlecht ausgebildetes, unterbezahltes und brutales Personal.

Das rumänische Tierschutzgesetz

© Thorben Wengert / PIXELIOBis zum Jahre 2001 gab es in Rumänien keinerlei Tierschutzgesetz, auch keine Regelung für Straßenhunde – alles war erlaubt – und das obwohl auch Rumänien die Europäische Konvention zum Schutz von Haustieren unterzeichnet hatte.

Ab 2001 ging es dann in sehr kleinen Schritten vorwärts, der Schutz für die Straßentiere wurde ausgeweitet. Durften sie anfänglich nach 7 Tagen Verwahrung in städtischen Heimen generell getötet werden, so galt ab 2004, dass sie entweder vermittelt oder Tierschutzorganisationen übergeben werden sollten. Das sahen Gesetze und Verordnungen vor- die Praxis sah anders aus.

Seit dem 15. Januar 2008 war das Töten von Hunden und Katzen dann grundsätzlich und gesetzlich verboten – wenigstens auf dem Papier. Grausamkeit gegen Hunde oder Katzen wurde unter Strafe gestellt – Geldstrafe, sogar auch Gefängnisstrafe.

Aber am 3. Februar 2010 erklärte der Präfekt von Bukarest, Mihai Atanasoaiei, in einem Interview seine Absicht, die Tötung von Straßenhunden erneut legalisieren zu wollen.Angeblich, so seine Erklärung, fühlten sich Bürgermeister und Bürger gleichermaßen von den Straßenhunden gestört.

Erst nach massiven Protesten im Internet korrigierte er sich am 8. Februar 2010 und erklärte in Übereinstimmung mit dem Gesetz handeln und Hunde nicht töten zu wollen. Stattdessen sollen die Straßenhunde in großen Lagern, wie derzeit in Italien praktiziert, kaserniert werden. Doch auch diese Ankündigung ist keine Lösung, sondern eine unermessliche Qual für die zu Tausenden eingepferchten Tiere.


Die allgemeine Situation der Tiere

Die Fernsehbilder eines kleinen streunenden Kätzchens, das geschlagen wird, bis es stirbt, schocken Rumänien. Dies war der Anfang einer Fernsehkampagne (StopptTierquälerei!).

Die Bürger begannen, offen ihre Ablehnung zu zeigen, für das, was sie schon seit vielen Jahren mit ansahen, in dem sie Filmbeiträge und Information einsandten, die Tierquälereien zeigen.


Protest, Bucharest, April 2009 “Warum lasst ihr zu, dass sie sich vermehren? Damit ihr mehr zu töten habt???”

Diese "Welle des Ekels" hat zu den letzten Verbesserungen der Tierschutzgesetze beigetragen.
Auf diese Weise ist die Euthanasie von gesunden Hunden und Katzen jetzt illegal und Tierquälerei gilt als Straftat.
Weiterhin wurde ein Vorschlag zur Änderung des Gesetzes zum Umgang mit Straßenhunden, der besagt, dass alle Tiere mit oder ohne Eigentümer kastriert, identifiziert und registriert werden, einstimmig vom Senat übernommen. Leider wurde diese Änderung mehr als ein Jahr durch die Abgeordneten blockiert (weitere Informationen - PDF, englisch: „Animal Protection and Stray Dogs Management Romanian Laws“, § „Recommendations for Improvement“).

... und das ist die Realität
Durch diese Verzögerung durch die Politik bestehen weiterhin Widersprüche im Gesetz, und es wurde nichts unternommen, um das Problem der überschüssigen Hunde zu lösen. Die Anzahl der Hunde auf den Straßen vervielfacht sich. Die Städte reagieren auf Beschwerden oft mit illegalen Fang- und Tötungsaktionen (Catch & Kill).

Tierschutzgesetze existieren auf dem Papier, finden aber keine konkrete Anwendung in der Praxis. Lokale und nationale Politiker vermeiden es übereinstimmend, sich mit den Problemen zu beschäftigen. Einige Städte kooperieren mit Programmen zur Kastration und Rückführung, einige andere signalisieren den Wunsch, sich eine neue Strategie zu Eigen zu machen.

Jedoch nutzen die meisten Städte Widersprüche und Unklarheiten der aktuellen Gesetzgebung aus, um Hunde zu töten oder zu entsorgen, weil ihnen die Gelder und die notwendigen Kenntnisse zum Thema „Hundeökologie“ fehlen, um Kastrationsprogramme einzuführen. Viele Städte sammeln Hunde ein, um sie in anderen Städten oder in ländlichen Gegenden zu entsorgen.

Im Allgemeinen beinhaltet ein „professioneller“ Umgang mit den Straßenhunden die gleichen illegalen Methoden - sie zu fangen, zu töten und die Unterbringung erfolgt in den gleichen städtischen Heimen, wo die Hunde verhungern.

Die Gründe für die gegenwärtige Situation

Die Beseitigung der Hunde (Töten oder Einsperren) ist vergeblich, unendlich und unbezahlbar

Das Töten ist zu sehen, als klebe man ein Pflaster auf eine infizierte Wunde. Es heilt das zugrunde liegende Problem nicht.

Würde das Töten seinen Zweck erfüllen, wäre die Population der Straßenhunde in den Städten von Rumänien längst ausgestorben. Das Ergebnis der Vernichtungsfeldzüge: NULL. Die Straßen sind bis zu ihrer maximalen Belastbarkeit mit Hunden überfüllt. Die rumänischen Behörden erreichen nichts, solange sie nur die Symptome statt die Ursachen der Probleme bekämpfen.

Ein fruchtbares Hundepaar kann binnen weniger Jahre Zehntausende von Nachkommen produzieren. Dies ist der Grund, warum das Töten der Tiere keine Wirkung auf die Population der Straßenhunde hat.

Es gibt keine Möglichkeit, das Aussetzen von Hunden zu verhindern oder verantwortungslose Hundebesitzer haftbar zu machen für die Kosten, die sie der Gesellschaft verursachen und das Leid, das sie den Tieren antun. Die meisten Hunde auf den Straßen im zeugungsfähigen Alter, sind der Nachwuchs von Hunden mit Eigentümern oder so gen. `Feedern´.

Der Mangel an Motivation auf Seiten der verantwortlichen Verwaltungen (DSVSA und ANSVSA), die Gesetze durchzusetzen und Tierquälerei – insbesondere durch die Städte - zu verhindern.

Schnelle Profite durch das Töten von Hunden: „Street-Dog-Business“

"Catch & Kill-Programme" haben sich zu einem lukrativen Geschäft für die Städte und die beteiligten Personen entwickelt (einige, die sich als NGOs tarnen, eingeschlossen).

• Da die Ausrottung das Problem nicht löst, werden die Straßen permanent mit neuen oder ausgesetzten Hunden bevölkert. Auf diese Art müssen mehr und mehr Hunde eingefangen werden, so dass sich "das Verwalten" der Hundeproblematik zu einer konstanten und zuverlässigen Einnahmequelle auf Kosten des Steuerzahlers entwickelt. Das ist eine Geldquelle für Auftragnehmer mit guten Beziehungen zu Bürgermeistern.
• Auftragnehmer, die an Hundefutter, Veterinärmedizin, Reinigungsmaterial, etc. sparen, können höhere Gewinne erwirtschaften. Es gibt nur wenige oder überhaupt keine Kontrolle ihrer Einkäufe und niemand ist in der Lage, den Zustand der Tiere in geschlossenen kommunalen Tierheimen zu überwachen.
• Die Vermittlung und Adoption von Hunden aus städtischen Heimen wird durch eingeschränkte Besuchszeiten erschwert und für den normalen Bürger verteuert.
• Hundefänger erpressen oft Geld von Tierfreunden, die in kleinen Wohnungen leben und außerhalb ihrer Wohnblöcke Hunde halten oder füttern, durch die Drohung, die Tiere zu töten, falls keine Zahlung der geforderten Summe erfolgt.

Es gibt kein nationales Programm, um die Menschen als verantwortungsvolle Hundehalter und im Mitgefühl gegenüber Tieren zu schulen.

Die Ignoranz und Mittäterschaft der für die Umsetzung der Gesetze verantwortlichen Behörden

Im Jahr 2004 wurde die europäische Konvention zum Schutz von Haustieren in Rumänien durch das Gesetz Nr. 60 ratifiziert. Fünf Jahre später wird Art. 12 dieser Konvention in Rumänien immer noch ignoriert. Hierdurch werden Hunde und Katzen weiterhin nicht identifiziert, nicht registriert, und es erfolgt keine Unterstützung für das Kastrieren der Tiere, um die Überbevölkerung zu reduzieren. Gelegentliche Kontrollen und Überprüfungen (im Allgemeinen als Folge vieler Beschwerden durch Bürger oder NGOs) durch Amtstierärzte und Beauftragte für Lebensmittelsicherheit führen zu keinem Ergebnis. Das DSV ist ineffektiv.

Trotz riesiger Summen öffentlicher Gelder, die vergeudet werden, kehrt man die Ergebnisse offizieller Untersuchungen normalerweise unter den Teppich oder es werden symbolische, lächerliche Geldstrafen verhängt.

Die einzige Behörde, die oft auf NGOs oder Beschwerden der Bürger reagiert, ist das Ministerium für Verwaltung und interne Angelegenheiten durch die Polizei.

Die rumänische Bevölkerung und die Tiere
Mentalität, Bildung, Verhalten

Im Allgemeinen ist die rumänische Bevölkerung Tieren gegenüber nachsichtig; daher werden die meisten Hunde in den Gemeinden absichtlich von mitfühlenden Menschen gefüttert oder als Wachhunde für Geschäfte gehalten. Jedoch fehlt den meisten Menschen Geld, die Möglichkeit und die Bildung, um sich – wie in Westeuropa üblich - verantwortungsbewusst um einen Hund zu kümmern.

Ein Vermächtnis des Kommunismus ist die Angst der Bürger vor einer Konfrontation mit den Behörden, weshalb sie passiv reagieren, die Wegnahme und Tötung ihrer Hunde akzeptieren.

Die meisten Beamten sehen sich als Vorgesetzte der Bürger, nicht als Angestellte im öffentlichen Dienst. Korruption unterstützt die Bürokratie, und Bürokraten profitieren von der Korruption. Kommunalbeamte nutzen ihre Macht zu ihrem persönlichen Vorteil. Es gibt keine Kultur des öffentlichen Dienstes.

Viele mitfühlende Tierliebhaber versuchen Hunde vor dem Zugriff durch kommunale Hundefänger zu schützen, indem sie sie einsammeln und in ungeeigneten Unterkünften zusammenstopfen. Unbeabsichtigt errichten sie so selbst Gefangenenlager für die Hunde; ihnen werden mehr und mehr Hunde anvertraut, obwohl ihnen Geld, Personal und Raum fehlt, um sich artgerecht um die Tiere zu kümmern.

Hundefänger wählen oft den Weg des geringsten Widerstands und fangen freundliche Hunde, die an menschlichen Kontakt gewöhnt sind. Im Ergebnis sind dies die Hunde, also von Halb-Eigentümern/Betreuern oder NGOs, die mit größter Wahrscheinlichkeit kastriert und geimpft werden. Scheue, wilde Hunde sind meist unkastriert und werden fast nie von Hundefängern gefangen.

Die meisten Kommunalpolitiker und Beamten sind nicht absichtlich grausam zu Tieren. Sie sind keine Sadisten. Sie sind einfach ignorant, faul und manchmal korrupt. Sie delegieren das Thema an ungebildete, spärlich bezahlte und wenig motivierte städtische Angestellte.
Hunde werden fast nie in Häusern oder Wohnungen gehalten. Sie leben im Freien, um den Besitz zu schützen und Ungeziefer zu reduzieren. Oft werden sie angekettet.Der Nutzen einer Kastration oder Sterilisation wird im Allgemeinen ignoriert. Einige Tierärzte erklären Besitzern von Hündinnen weiterhin, dass es gesund sei, wenn ihr Tier mindestens einmal in seinem Leben Welpen hat. Andere Hundehalter glauben, dass ihre Hunde "entspannten Sex" genießen sollten.

Fazit

Beide Seiten, sowohl Hundehasser als auch Hundefreunde, verfolgen das gleiche Ziel: In den Straßen von Rumänien soll es, wie in Westeuropa, keine streunenden oder unerwünschten Hunde geben.

Die einzige Frage ist: wie kann dieses gemeinsame Ziel erreicht werden?
Das Töten der Tiere hat sich nicht bewährt, ist in jedem Fall grausam und jetzt illegal. Einfangen, Einsperren mit oder ohne Euthanasie, ist vergeblich, unendlich und unbezahlbar.

Deshalb muss das Problem der überschüssigen Hunde auf logische Art, wirksam und zivilisiert gelöst werden. Seit Jahrzehnten erweisen sich die Programme zur Beseitigung des Hundeproblems als teure Fehlschläge. Die einzig praktikable Lösung liegt in der Kontrolle der Vermehrung, verbunden mit der Ausbildung der Menschen zu verantwortungsvollen Tierhaltern: Kastration und Wiederaussetzung aller Hunde, mit oder ohne Eigentümer, in dem Gebiet, wo sie aufgefunden wurden oder Rückgabe an ihren Eigentümer oder Paten. „Kastration & Rückführung“ ist die einzige praktikable und dauerhafte Lösung, die allerdings einer zentralen Finanzierung, politischem Willen und einer effizienten Durchführung bedarf.

Typischer Missbrauch - Fotoreportage


Gherla, Cluj county, municipality’ camp, November 2009
Braila - municipality’ camp, April 2009
Braila, vergifteter Hund, November 2007



Bucharest, Glina, erschossene Hunde, Nov. 2008
Slobozia (Ialomita county), municipality’ camp, Nov. 2008



Galati, vergiftete Hunde, March 2009
Targoviste, Hundefänger 2008
Targoviste, gefangene Hunde 2008


municipality’ camp, 2006
Focsani, municipality’ camp, Jan 2009
Craiova, municipality’ camp, 2009


Onesti, municipality’ camp, November 2008
Onesti, municipality’ camp - Tierschützer bringen Futter, November 2008
Onesti, municipality’ camp, November 2008


Petricani, jud. Neamt - vom Besitzer totgeschlagenes Pferd, 2008 Dec. Source: “Gardianul”
Geschundenes Pferd, Iasi, 2009
Cluj, angeketteter und angefahrener Hund, Dec 2007


Medias, misshandelter und erhängter Hund, Jan.2009 Source: “Rondul de Sibiu”
Protest, Bucharest, April 2009 “Warum lasst ihr zu, dass sie sich vermehren? Damit ihr mehr zu töten habt???”
                                                                                                                                                                                                                                     
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