Tierschutz in Frankreich - Tierhilfe SternenTiere

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Tierschutz in Frankreich

Frankreich hat kein einheitliches nationales Tierschutzgesetz. Vielmehr existieren, dem Schutz der Tiere und ihrer rechtlichen Stellung gewidmete, über die Rechtsordnung verteilte diverse Erlasse.

Daneben ist auch eine Vielzahl internationaler, namentlich europäischer Bestimmungen zu beachten. Einerseits ist Frankreich den Europaratskonventionen zum Schutz von Transport-, Versuchs- und landwirtschaftlichen Nutztieren beigetreten (nicht aber jenen zum Schutz von Schlacht- und Heimtieren), anderseits ist es als EU-Mitglied zur innerstaatlichen Umsetzung des Gemeinschaftsrechts verpflichtet.

Am 6. Januar 1999 wurde in Frankreich ein Gesetz verabschiedet betreffend "gefährlicher Tiere, streunender Tiere und dem Schutz der Tiere".  
Seither stellen Tiere zivilrechtlich auch in Frankreich keine Sachen mehr dar, sondern eine eigenständige Kategorie zwischen Menschen und Rechtsobjekten.

Im Gesetzestext ist die Mildtätigkeit gegenüber streunenden Tieren verankert. Alle Kommunen müssen Auffangstationen ("fourrières") vorhalten,  deren Größe an den Bedarf der jeweiligen Kommune angepasst ist. Tätowierungen sind für Hunde verpflichtend.  
Die Strafen für Tierquälerei und -misshandlungen wurden verschärft. Strafbar sind zudem das ungerechtfertigte vorsätzliche Töten («sans nécessité», ohne Notwendigkeit) und das fahrlässige Töten oder Verletzen eines Haustieres («Atteinte involontaire à la vie ou à l’intégrité d’un animal»; Art. R653-1, R654-1, R655-1 CP).

Das Problem hierbei ist, dass die strafbare Handlung nicht aus der Tat selbst heraus, sondern aus dem Kontext, in dem sie begangen wurde, resultiert.

Auch kennt das französische Recht hier Ausnahmen: So wird der Stierkampf als lokale Tradition gesehen und ist weiterhin erlaubt. Ebenso existieren Ausnahmeregelungen für das Schächten.

Was passiert mit streunenden Hunden und Katzen?

Besonders in den vielen ländlichen Regionen Frankreichs vermehren sich nicht kastrierte Hunde und vor allem Katzen unkontrolliert.  
Auch wird in Frankreich die Zucht von Haustieren nicht überwacht. Es besteht zwar offiziell die Verpflichtung, die Tiere tätowieren zu lassen, diese wird aber in der Praxis nicht eingehalten. Ausgesetzte oder entlaufene Tiere landen dann in einer der über 500 Auffangstationen, den so genannten „fourrières“.

Diese Verwahranstalten für eingefangene Tiere sind oft für mehrere Kommunen gleichzeitig zuständig und nicht selten in schlechtem Zustand.

Es gibt nicht nur von den Kommunen selbst betriebene „fourrières“. Viele Gemeinden beauftragen, um Kosten zu sparen, auch private kommerzielle Auffangstationen, die von den Kommunen für ihre Dienste bezahlt werden und natürlich Gewinne erwirtschaften wollen. Nicht selten hat ein solches Auffanglager Verträge mit bis zu 30 Kommunen.

Nach einer Frist können die nicht von ihren Besitzern abgeholten Tiere an ein Tierheim zur weiteren Vermittlung gegeben werden. Die „fourrières“ selbst dürfen keine Tiere vermitteln. Oft können die Tiere aber wegen mangelnder Kapazitäten nicht von örtlichen Tierschutzorganisationen übernommen werden. Es gibt auch Auffangstationen, die gar nicht mit lokalen Tierschutzorganisationen zusammenarbeiten und die Tiere nach Ablauf der Frist lieber gleich einschläfern.

Die tragische Konsequenz: Die Tiere werden, unabhängig von Alter und Gesundheitszustand eingeschläfert. Die vorgegebenen Fristen, in denen Tierschützer verzweifelt versuchen, für die Tiere sichere Plätze zu finden, werden oftmals einfach nicht eingehalten. Diese Tötungen sind legal und liegen im Ermessen des zuständigen Veterinärs. Offizielle Zahlen gibt es keine. Das für die Politik unangenehme Thema wird totgeschwiegen. Inoffizielle Schätzungen gehen von 50.000 bis 500.000 getöteten Tieren pro Jahr aus.

Eingeschüchterte Tierschützer

Auch bei den französischen Tierschützern stößt man auf eine Mauer des Schweigens über die Zustände in den „fourrières“.  Aus Angst, keine Tiere mehr zur Vermittlung überantwortet zu bekommen, findet man kaum ehrliche Augenzeugenberichte über die Vorgänge in den „fourrières“. Vielfach wurden wir gebeten, Aussagen gar nicht oder nur anonym zu veröffentlichen.

Beispiele für unnötige Grausamkeiten

In Frankreich besitzen die Jäger eine einflussreiche Lobby. So wurde in einigen Gemeinden in der Ardèche das Abschießen streunender Hunde gestattet. Obwohl in Frankreich nur sehr wenige Angriffe streunender Hunde auf Menschen dokumentiert sind, soll diese Maßnahme dem Schutz von Wanderern dienen.

Was unternehmen die Politiker?

Am 6. Januar 1999 wurde in Frankreich ein Gesetz verabschiedet betreffend "gefährlicher Tiere, streunender Tiere und dem Schutz der Tiere".  Seither stellen Tiere zivilrechtlich auch in Frankreich keine Sachen mehr dar, sondern eine eigenständige Kategorie zwischen Menschen und Rechtsobjekten.  Im Gesetzestext ist die Mildtätigkeit gegenüber streunenden Tieren verankert. Alle Kommunen müssen Auffangstationen ("fourrières") vorhalten, deren Größe an den Bedarf der jeweiligen Kommune angepasst ist. Viele Kommunen erfüllen diese Rechtsvorschriften nicht, die „fourrières“ platzen aus allen Nähten. Es gibt nur ca. 8.200 Plätze in den „fourrières“.

Die Politiker sind sich dieser Problematik seit Jahren bewusst, es werden jedoch nur halbherzige Versuche unternommen, die Zustände zu ändern.
Bei den `Rencontres animal et société´, Treffen, die auf Anregung von Michel Barnier, Landwirtschaftsminister, mit ausgewählten Personen aus Politik, Verwaltung und den führenden Tierschutzorganisationen abgehalten werden, um bessere Grundlagen für den Tierschutz zu erarbeiten, wurde gefordert, dass die Gemeinden den Unterhalt für eine gemeindeeigene fourrière in ihr Budget aufnehmen sollen, damit Tötungen wegen Überfüllung vermieden werden können. Die `Association de maires francaises´ (Zusammenschluss der französischen Bürgermeister) hat sich mit Händen u. Füßen dagegen gewehrt.

Tierheime in Frankreich

In einem Tierheim zu sein, schützt ein Tier nicht vor der Euthanasie, weil die fourrières nicht die einzigen Einrichtungen sind, die töten. Gemäß der zentralen Tierheim-Webseite "Second Chance" werden in Frankreich jedes Jahr ungefähr 500,000 Tiere eingeschläfert. Wenn ein Tierheim überfüllt wird, werden Tiere häufig getötet, um Platz für neue zu machen. Die zu tötenden Tiere werden dann nach bestimmten Kriterien oder einfach aufs Geratewohl ausgewählt.

Viele dieser Tötungen bleiben verborgen und werden nicht registriert. Das wird erreicht, indem einige Tiere beim Empfang nicht registriert oder offiziell als vermittelt erklärt werden, während sie tatsächlich eingeschläfert wurden. Einige Tiere werden auch mit Gift, Gas oder Chloroform "zuhause getötet", um Geld zu sparen und zu verhindern, dass sie in den Aufzeichnungen auftauchen.  
Unter der riesigen Zahl von Tieren, die jedes Jahr getötet werden, haben sehr wenige wirklich überhaupt eine Chance, gerettet zu werden. Die Existenz und das Schicksal der riesengroßen Mehrheit von ihnen bleiben allen außer denjenigen, die sie zu Tode brachten, unbekannt. Sie sterben verborgen und anonym.

Unter den Freiwilligen, die in Tierheimen arbeiten, sind viele gegen die Euthanasie, aber sie bleiben noch dort in der Hoffnung, etwas ändern und wenigstens einige der Tiere retten zu können. Leider werden die Tötungen in den Tierheimen häufig vertuscht, was es sehr schwierig macht herauszufinden, welches Tier als nächstes getötet werden soll und es zu retten.

Sogar jene Tierschutzorganisationen in Frankreich, die Euthanasie als unvermeidlich betrachten, geben ihre Meinung nicht bekannt. Es ist für eine Tierschutzorganisation ganz normal, Tiere zu töten, und dabei offiziell zu sagen, dass sie dies nicht tun würden. Das liegt daran, dass sie von Spenden abhängen und niemand einer tötenden Einrichtung Geld geben will. Diejenigen, die damit zu tun haben, müssen Geheimhaltung über die Machenschaften der Tierheime bewahren.

Im Allgemeinen mögen die Franzosen Tiere sehr gerne. Viele Menschen in Frankreich sind sich dessen nicht bewusst, wie die Überbevölkerung von Tieren gehandhabt wird und wie viele Tiere jedes Jahr getötet werden und sie kennen auch nicht den Unterschied zwischen einem fourrière und einem Tierheim. Diejenigen, die doch wissen, dass Tiere eingeschläfert werden, denken, dass dies nur einige Sorgentiere betrifft, die unter unheilbaren Krankheiten oder an Verhaltensstörungen leiden. Es gibt auch Leute, die doch wissen, dass Tötungen stattfinden, aber denken, dass kein Weg daran vorbeiführt.

Es gibt viele kleine Organisationen und unabhängige Aktivisten, die gegen die Euthanasie und für das Kastrieren kämpfen, aber nur im kleinen Rahmen und auf eine isolierte Weise. Die größeren Organisationen, die in den Medien anwesend sind, tun nichts, um die Tötungen zu beenden und Alternativen zu etablieren. Die Tötungen sind ein integraler Bestandteil des französischen Tierbevölkerungsmanagements. Tierrechtsaktivisten stehen einem gut organisierten, institutionalisierten und gesetzlichen System gegenüber, das es anscheinend auch denjenigen, die davon Gebrauch machen, ermöglicht riesige Gewinne zu kassieren, denn sogar einige Einrichtungen zum "Schutz" von Tieren sind nicht bereit, damit aufzuhören.

Was die Überbevölkerung in Frankreich betrifft, ist es sehr schwierig finanzielle Unterstützung für Kastrationen zu finden. Französische Tierbeschützer schaffen es häufig nicht, das Geld für die Kastration umherziehender Hunderudel zu sammeln und einige Tierheime geben Tiere weg, ohne sie vorher kastriert zu haben. Tierärzte sind in Frankreich sehr teuer und die meisten von ihnen befürworten die Euthanasie.
Der DDSV, das Tierbüro, hat das Recht, massive Tötungen, insbesondere aus hygienischen Gründen, anzuordnen, egal ob diese wohlbegründet sind oder als
eine Entschuldigung verwendet werden.

Fourrières in Frankreich

Das Wort fourrière stammt von einem lateinischen Wort für dt. "Stroh", welches sich später zu fourrie entwickelte, um einen Stall zu bezeichnen.
Der Begriff fourrière selbst deutete hin auf die Beschlagnahmung eines umherziehenden Tieres auf einem Territorium, wo es einen Schaden verursacht hatte.  
Das Tier wurde in einen Stall gebracht, bis der Eigentümer für den Schaden bezahlt hatte. Heute wird das Wort fourrière in einem breiteren Sinn verwendet und bezieht sich auf einen Aufbewahrungsort für jede Art von Gegenständen, die darauf warten, von ihren Eigentümern abgeholt zu werden.

Es ist wichtig zu verstehen, dass eine fourrière nicht dasselbe ist wie ein Tierheim. Außerdem bezeichnet das Wort fourrière eher eine Aufgabe an als einen Ort, die einer bestimmten Einrichtung durch eine Stadt zugeteilt wird. Es gibt eine gesetzliche Verpflichtung für jede Stadt, eine Einrichtung zu haben, die als fourrière dient.

Weil eine fourrière kein Tierheim ist, ist es nur für auf der Straße gefundene Tiere verantwortlich. Es akzeptiert keine Tiere, die von ihren Eigentümern gebracht werden, um sie loszuwerden. Jedoch gibt es eine Ausnahme für geographische Gebiete, die keine Tierheime haben, in welchem Fall die fourrières auch eine Tierheim-Abteilung haben können. Anders als Tierheime erhalten fourrières regelmäßig öffentliche Gelder, aber sie müssen auch jedes Tier akzeptieren, das in dem geographischen Gebiet gefunden wurde, für das sie verantwortlich sind.

Fourrières haben die Aufgabe, ein gefundenes Tier zu fangen, aufzubewahren und 8 Tage lang zu versorgen und sich alle Mühe zu geben, dessen Eigentümer zu finden. Wenn sie nicht erfolgreich sind, wird das Tier das Eigentum der fourrière, die dann darüber verfügen kann. In der Praxis wird die Periode von 8 Tagen häufig ignoriert. Einige fourrières töten ein Tier gerade 3 Tage, nachdem es dorthin gebracht wurde, während andere die Tiere so lange wie möglich behalten, um eine Lösung für sie zu finden. Um ein Tier, das das Eigentum einer fourrière geworden ist, legal zu retten, ist es notwendig vor der Übernahme das Eigentumsrecht daran einem Tierheim zu übertragen.
Eine fourrière kann eventuell einen bestimmten Betrag für diese Übertragung des Eigentumsrechts verlangen. Für Privatpersonen ist es nicht möglich, ein Tier direkt von einer fourrière zu übernehmen. Privatpersonen wird es nicht einmal erlaubt, Tiere in einer fourrière zu besuchen.  
Die Aufnahme von Bildern der Tiere in einer fourrière ist gewöhnlich verboten, und es ist häufig sehr schwierig, überhaupt Zugang zu einer fourrière zu erhalten.

          

Es gibt drei Arten von fourrières. Die erste ist ein Tierheim, das einige seiner Käfige für die Mission des fourrière reserviert hat.  
Die fourrière-Abteilung ist für die Öffentlichkeit geschlossen. Einige Tierheime übergeben jedes Tier in ihre Tierheim-Abteilung, wenn die Periode von 8 Tagen zu Ende ist, andere übergeben nur einige von ihnen und töten den Rest. Es ist fast unmöglich, Zugang zu diesen Tieren zu erhalten, bevor sie getötet werden.

Die zweite Art ist eine Einrichtung, gewöhnlich fourrière communale oder fourrière intercommunale genannt, gegründet von einer Stadt und verwaltet von öffentlichen Beamten. Solche Einrichtungen bieten ausgewählte Tiere örtlichen Tierheimen, sofern es welche gibt, oder Personen zur Adoption an.  
Wenn ein Tier weder von einem Tierheim gewollt noch von einer Person adoptiert wird, oder wenn es überhaupt nicht ausgewählt worden ist, wird es getötet, wenn die Periode von 8 Tagen zu Ende ist, oder wenn es keinen Platz mehr gibt.

Die dritte Art ist eine private Gesellschaft, auch Fang-Gesellschaft genannt. Der Gesellschaft wurde die fourrière-Mission auf ihre Bewerbung hin zugeteilt.  
Diese Gesellschaften sind private Gesellschaften mit einem kommerziellen Interesse. Sie erhalten auch öffentliche Gelder für ihre Dienstleistungen. Solch eine Gesellschaft muss die Tiere lokalen Tierheimen anbieten, wenn es welche gibt. Wenn keine Lösung für ein Tier gefunden wird, wird es getötet.  
Die am besten bekannte Tierschutzgesellschaft in Frankreich besitzt 70 % beziehungsweise 90 % der zwei größten Fang-Gesellschaften. Das macht die fourrière-Mission gewinnbringend und erlaubt das Ausgliedern der Tötungen.

In der Praxis werden Tiere in fourrières selten für die Abgabe vorgeschlagen, und es ist sehr schwierig, sie dort herauszubekommen. Viele Tierheime haben weder den Willen noch die Mittel, Tiere aus einer fourrière zu retten, oder wählen nur junge und süße Tiere aus.  
Viele Tierschützer, die es schaffen, Tiere aus einer fourrière zu retten, leben in der ständigen Angst, den Zugang zu der fourrière zu verlieren, in der sie arbeiten, in welchem Fall es schwierig ist, eine neue zu finden. Das liegt daran, dass der Name und der Ort einer fourrière in Frankreich selten öffentlich erwähnt wird.

Die Haltebedingungen der Tiere in einer fourrière reichen von hochtechnologischer Ausrüstung bis zur äußersten Entbehrung, abhängig vom verfügbaren Geld und dessen Verwendung. Tierärzte werden durch die Stadt ernannt oder von der fourrière selbst eingestellt. Einige fourrières stellen selbst dann die ganze notwendige ärztliche Behandlung zur Verfügung, wenn ein Tier getötet werden soll, andere tun dies nicht.
Die Tierärzte gehen mindestens einmal wöchentlich zu den fourrières, um die geretteten Tiere auf ihre Abgabe vorzubereiten und diejenigen zu töten, für die keine Lösung gefunden wurde.

Es gibt einen wichtigen Aspekt des fourrière-Systems: Je größer das geographisch abgedeckte Gebiet, desto mehr Geld macht ein fourrière-Geschäftsführer.
Einige fourrières sind für 150 Städte oder mehr verantwortlich, wobei sie nur mittlere Kapazitäten haben. Das hat sehr schnelle und massive Tötungen zur Folge. Die Tötungsraten für die fourrières erstrecken sich von 10 % bis zu mehr als 90 %.

Da wo Frankreich am schönsten ist...

In den französischen Urlaubsparadiesen Martinique, Guadeloupe, Saint Martin, Réunion und Mayotte spielen sich die schrecklichsten Tiertragödien von ganz Frankreich ab, unbemerkt von den Touristen oder ganz bewusst übersehen. Der Bevölkerung mangelt es völlig an Bewusstsein für die Leidensfähigkeit der Kreatur und an Kenntnis des französischen Tierschutzgesetzes. Die Folgen sind Grausamkeiten in jeder erdenklichen Form, oft genug mit tödlichem Ausgang, unkontrollierte Vermehrung, unzählige Streuner, Tiere, die um ihr Leben ringen, ohne Nahrung, ohne Wasser, ohne Hilfe, von Macheten verstümmelt. Kadaver überall, im Müll, am Straßenrand. Die Realität ist weit entfernt von der Postkartenidylle der Touristenbroschüren.

Straßenhunde

Auf Martinique finanzieren die Kommunen jährlich die Tötung von ca. 3000 Hunden mit Geldern der öffentlichen Hand, z.B. Steuern aus der Tourismusindustrie, d.h. der Tourist finanziert nichts ahnend die Tötung von Straßenhunden aus der Urlaubskasse.  
Die Tiere werden von Hundefängern mit Futter angelockt, mit Narkosepfeilen betäubt, auf LKWs geworfen und zur endgültigen Vernichtung in die Tötungsstation gekarrt. Man ist stolz darauf, mehr als 100 Tiere pro Tag töten zu können.

Im Gegensatz zum übrigen Frankreich beträgt die Aufbewahrungsfrist für Fundtiere hier nur 4 Tage. Weitaus mehr Hunde sterben durch die vergifteten Bouletten, die überall ausgelegt werden. Unter den Opfern sind auch immer wieder Hunde, die mit ihren Besitzern angeleint spazieren gehen. Das Sterben kann Tage dauern. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Hundes auf den Inseln beträgt 2 - 3 Jahre, im übrigen Frankreich 11 Jahre.

Ein Straßenhund wird, sollte er Fängern, Gift und Autos entgehen, maximal 5 – 6 Jahre alt, dann sind seine Organe durch eine Diät von Abfällen und Wasser aus verseuchten Pfützen soweit geschädigt, dass er eingeht. Eine Hündin hat in der Regel 6 Wochen nach der Geburt ihrer Welpen keine Milch mehr.
In diesem Alter aber können sich die Kleinen noch nicht von Abfällen und verdrecktem Wasser ernähren. Sie verhungern, verdursten, fallen Würmern, Parasiten und Viren zum Opfer. Krabbeln sie in diesem Alter aus ihren Verstecken und werden von Menschen entdeckt, werden sie ersäuft, erdrosselt, erschlagen oder ganz einfach an einsamen Orten zum Verdursten abgelegt.

Auf Réunion, wo es die größte Zahl von Straßenhunden gibt, werden Hunde als lebende Haifischköder verwandt. Man steckt sie an Angelhaken, verstümmelt sie, damit das Blut die Haie anlockt, und wirft die schreienden Bündel über Bord. Diese Haifischfütterungen werden teils touristisch vermarktet, wie andernorts das "whale watching". Es gibt Leute, die für dieses grausige Schauspiel zahlen.

Kettenhunde

In Frankreich sind die Vorschriften für die Anbindehaltung gesetzlich sehr genau festgelegt: Die Art des Halsbandes, Länge und Gewicht der Kette, die Zahl der Stunden, die ein Hund täglich angebunden sein darf. Würden die vielen französischen Polizisten, die sich so gern auf die Inseln versetzen lassen wegen des schönen Klimas und besonderer Vergünstigungen, für die Einhaltung dieser Gesetze sorgen, dann könnten alle Kettenhunde an einem einzigen Tag befreit werden. Sie werden im Welpenalter an Ketten von oft nur einem Meter Länge gehängt, oft ohne Halsband, die Kette wird häufig mit einem Vorhängeschloß verschlossen und nie wieder geöffnet. Sie wächst in den Hals ein.

Die Hunde haben häufig keinen Unterschlupf zum Schutz vor der sengende Sonne oder den tropischen Regengüsse. Die Ketten sind so kurz, dass sie ihren ohnehin leeren Napf nicht erreichen können, oftmals nicht einmal die rettende Regenpfütze.  
Sie verdursten, verhungern oder strangulieren sich. Wenn sie, von dieser Tortur abgestumpft, nicht mehr soviel bellen wie vom Besitzer gewünscht, enden sie auf der Straße wie ihr unerwünschter Nachwuchs.

Sterilisationen

Auf fast allen Karibikinseln gibt es bereits wenigstens ansatzweise kostenlose oder kostengünstige Kastrationsprogramme, nur auf den Französischen Antillen nicht. Dort verhindert eine Handvoll französischer Tierärzte erfolgreich jede Preissenkung oder die Durchführung solcher Programme mithilfe auswärtiger Veterinäre. Das Trap/Neuter/Release Verfahren ist verboten, ebenso der Einsatz mobiler Kliniken. Auf Martinique sind die Preise für eine Sterilisation von 145 Euro in 2005 auf 200 Euro in 2009 gestiegen. Findet eine Kastrationskampagne statt, so zahlt der Besitzer des Tieres einen Teil der OP-Kosten, ein offizieller Träger der Kampagne den Rest, wie in 2006 die SPA Paris und in 2007/2008 die `Fondation Brigitte Bardot´.  
Die Veterinäre reduzieren die Preise nicht. Straßentiere werden nicht kastriert.

Quellenangabe Ärzte für Tiere e.V Deutschland.
                                                                                                                                                                                                                                                                                              
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